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Bericht von der Veranstaltung „Wirtschaft trifft Wissenschaft“


Am 15. Januar 2026 besuchte ich zusammen mit meinem Kollegen, Dozent Petrík, die Fachtagung „Wirtschaft trifft Wissenschaft“, das an der Hochschule Zittau/Görlitz stattfand und von der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK Dresden) in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern organisiert wurde. Die Veranstaltung zielte auf die Vernetzung von Wissenschaft, Bildung und Industrie in Sachsen ab – mit einem klaren Bezug zum tschechisch-sächsischen Grenzraum.


Der zentrale fachliche Programmpunkt war die Präsentation des Unternehmens Infineon Technologies, das in Sachsen umfangreiche Investitionen in die Halbleiterindustrie realisiert. Wiederholt wurde betont, dass diese Projekte nicht nur die regionale Wirtschaft grundlegend verändern werden, sondern auch die Struktur von Bildung und Forschung sowie die Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften.


An den Podiumsdiskussionen beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und regionalen Institutionen. Unter ihnen war unter anderem Sophia Keil, Prorektorin für Forschung, Transfer und Internationalisierung an der HSZG, die offen über die Notwendigkeit tiefgreifender Veränderungen in den Studienprogrammen im Zusammenhang mit dem Aufbau des Halbleiterökosystems in Sachsen sprach.


Der eigentliche Schlüsselteil des Abends fand jedoch nach dem offiziellen Programm während des informellen Networking-Teils im Foyer statt. Gerade hier bestätigte sich, dass persönliche Präsenz und eine aktive Rolle durch nichts zu ersetzen sind. Ich knüpfte persönlichen Kontakt zu Lukáš Veselý, der seitens der Partnerhochschule HSZG Teil unseres neu gestarteten Projekts Net4P-SAM ist. Gemeinsam diskutierten wir geplante Projektaktivitäten sowie mögliche Formen der Einbindung im Bereich Bildung und Technologietransfer.


Ein weiterer wichtiger Kontakt für mich war das Treffen mit Leonie Liemich, die den gesamten Abend moderierte. Wir kennen uns bereits aus einem früheren tschechisch-sächsischen Workshop „Arbeiten mit dem Elektronenmikroskop“ am CXI der TUL, den wir vor zwei Jahren im Rahmen des Projekts InterBridge organisiert hatten. Damals stellte Frau Limich den Kontakt zu Markéta Barth her, die am Christian-Weise-Gymnasium in Zittau Tschechisch unterrichtet und mit der das Projekt InterBridge bis heute sehr intensiv zusammenarbeitet. Auch hier zeigte sich die Kontinuität der Zusammenarbeit und die Tatsache, dass langfristig aufgebaute Beziehungen im regionalen Ökosystem nachhaltig wirken.


Ein weiterer bedeutender Moment war für mich das persönliche Gespräch mit Aneta Wandelt von der Technischen Universität Chemnitz, die vor Ort das Projekt SUPPORT4SME vertrat, das in Kooperation mit dem CXI der TUL umgesetzt wird. Die Diskussion führte ganz selbstverständlich zu dem neu entstehenden Forschungszentrum für Carbonfasern und fortgeschrittene Materialien, das rund 100 km von Chemnitz entfernt aufgebaut wird. Es wurde ein konkretes Interesse an Kooperationsmöglichkeiten im Bereich von Carbon-Nanofasern geäußert – ein Thema mit klarem Potenzial sowohl für die Forschung als auch für industrielle Anwendungen.


Im Foyer präsentierten sich zahlreiche Projekte und Institutionen, die Unternehmen und den Wissenstransfer unterstützen. Besonders aufmerksam wurde ich auf das Zentrum Effiziente Fabrik Senftenberg an der BTU Cottbus–Senftenberg, das Dienstleistungen in den Bereichen Produktionsoptimierung, digitale Fabriksimulationen, Logistikberatung, Lean Production und Digitalisierung sowie Weiterbildungsangebote für kleine und mittlere Unternehmen anbietet.

Die Mehrheit der Aussteller waren keine kommerziellen Unternehmen, sondern Projekt- und Transferinitiativen – also genau jene Akteure, die natürliche Partner der ViTM-Plattform sein können.Auch ein Catering fehlte nicht – optisch sehr ansprechend, geschmacklich eher durchschnittlich –, entscheidend war jedoch seine Funktion als Anlass für Gespräche, den Austausch von Kontakten und die Vereinbarung weiterer Schritte.


Was nimmt ViTM daraus mit?

Aus Sicht der ViTM-Plattform war dieses Treffen in mehrfacher Hinsicht wertvoll.

Es bestätigte sich, dass Unternehmen und Institutionen aktiv nach einer stärkeren Verzahnung mit Forschung und Bildung suchen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der tschechisch-sächsische Raum grundsätzlich gut vernetzbar ist, jedoch aktive Koordination erfordert – und dass ohne konkrete Personen, die Akteure projektübergreifend persönlich miteinander verbinden, Zusammenarbeit kaum entsteht.

ViTM verfolgt genau diesen Anspruch: ein Raum zu sein, in dem Unternehmen, Forschende und Bildungsakteure zusammenkommen, in dem nicht nur Informationen geteilt werden, sondern reale Beziehungen und gemeinsame Projekte entstehen.


Hana Křížová



 
 
 

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